Freiheit für Andrea! - Demo am 8. März in Berlin



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Freiheit für Andrea!

Seit dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten.

Die ihr vorgeworfenen Delikte klingen lapidar, scheinen für die Staatsanwaltschaft aber eine nunmehr 14monatige Haftstrafe zu rechtfertigen. Angelastet wird ihr das Mitführen eines Pfeffersprays bei den Aktionen gegen das SS-Gebirgsjäger-Treffen im bayrischen Mittenwald, der Besitz von Eiern, die sie während einer Antifa-Aktion bei sich trug oder wegen Vermummung während eines Naziaufmarsches in Berlin-Tegel, Schwarzfahren oder die Besetzung der Ausländer_Innenbehörde Lichtenberg und eines Hauses in Friedrichshain. Nach der Verlegung von Andrea in die Frauen-JVA Pankow wurde sie hier gleich als "Gesinnungstäterin" begrüßt und ihr wurde versichert, dass "man mit ihr schon fertig werden wird". Ihre Inhaftierung im Allgemeinen und diesen Versuch der Einschüchterung im Speziellen sehen wir als willkommene Einladung bei Andrea vorbeizuschauen. Darum werden wir ihr am 8. März auch gleich mit einer ganzen Demo einen Knastbesuch abstatten.

Dass wir ausgerechnet am 8. März vor den Frauenknast Pankow ziehen, ist kein Zufall. Wir wollen den internationalen Frauenkampftag nutzen, um unsere Kritik an einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen. Dass wir im "zivilisierten" Mitteleuropa nur in scheinbarer Gleichberechtigung leben, sollte den meisten klar sein. Schönheitsdogmen, Benachteiligung, Vergewaltigungen, widerwärtige Sprüche, Ausgrenzung... wer als Frau in dieser Gesellschaft groß wird, muss einiges ertragen. Jene Verhältnisse spiegeln sich auch in den Frauenknästen wieder. Durch Sozialisation und Erziehung kümmern sich die meisten Frauen oft mehr um andere Menschen, bekommen dies aber nicht im gleichen Maße zurück. Im Knast sind die Folgen dessen besonders fatal. Frauen erhalten wesentlich weniger Rückhalt und Unterstützung von draußen als männliche Gefangene. Viele Frauen haben beispielsweise durch Ehe(ähnliche)verhältnisse sowie die Doppelbelastung als Mutter und Erwerbstätige nicht immer die Möglichkeit und die Zeit, ein
aktives Umfeld über lange Zeit aufrecht zu erhalten. Dies verschärft die persönliche Isolation der inhaftierten Frauen nur noch mehr. In besonderer Weise trifft dies die vielen migrantischen Gefangenen in der Pankower Frauen-JVA. Sie müssen meist ohne die Unterstützung eines Lebenspartners oder ihrer Familie auskommen, da sich ihre Familien meist noch in ihren Herkunftsländern befinden. Für viele dieser Frauen ist die Inhaftierung im Frauenknast einer der ersten Schritte vor der Verlegung in die Abschiebehaft und somit direkter Bestandteil rassistischer Asylpolitik. Erst Anfang Januar wurde eine hochschwangere Brasilianerin in den Frauenknast Pankow gesperrt, wo ihr nun die Abschiebung droht. Die gesellschaftlichen Zustände in den jeweiligen Herkunftsländern, wie Krieg oder sexuelle Folter, spielen für die deutsche Abschiebemaschinerie dabei keine Rolle.

Wir möchten unseren Würgreflex gegenüber jenem alltäglichen Wahnsinn nicht länger unterdrücken, wenn es doch um so vieles schöner ist, den gesellschaftlichen Verhältnissen einfach mal gekonnt vor die Füße zu kotzen. Wir fordern die Freilassung von Andrea und des ebenfalls inhaftierten Berliner Antifa Christian sowie Freiheit für alle linken und sozialen Gefangenen! Wir haben keinen Bock auf die Scheiße die hier läuft! Wir haben keinen Bock mehr auf Nazis und Sexismus sowie auf Knäste, Abschiebelager und Zwangsanstalten jeder Art. Das Gleiche gilt auch für Bullen, Richter und andere Autoritätsfanatiker. Weg damit - meinen wir! Und weil wir gerade dabei sind und uns die Bekämpfung von Symptomen nicht ausreicht, entsorgen wir den Kapitalismus gleich mit. Seid also am 8. März dabei, wenn es heißt:

Gegen Patriarchat und Repression!
Holt die Antifaschist_Innen aus dem Knast!
Alle Knäste und Zwangsanstalten zu Baulücken!

Demonstration:
Samstag, 8. März 2008 * 14 Uhr * U-Bhf. Eberswalderstraße * Berlin

Aufrufer_Innen:
North-East Antifascists [NEA]
Autonome Antifa Lichtenberg-Süd [AALS]
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB]
Antifaschistische Schüler_Innen Vernetzung (ASV)

Antifa Aktion Burg [AAB]
Antifa Rastede [AR]
Soligruppe Andrea
Soligruppe Christian
Anarchist Black Cross - Berlin (ABC)
Rigaerstraße 94
Thoughts Words Action (TWA)

Rote Hilfe Greifswald

Temporäre Autonome Gruppe (TAG)
Anarchist Black Cross - Orkan - Kiel (ABC)
Soligruppe Harlingen



CSB & RASH Niter
15.02.2008 | 22:00 Uhr | Lokal (Rosenthaler Straße 71)

CSB & RASH Niter: Cable Street Beat und Red- and Anarchist Skinheads präsentieren den angesagten Niter im Lokal mit Ska, Reggae, Worldmusik, Oi, Punk usw. Solianteil des Eintritts ist für die Kampagne "Freiheit für Andrea". Eintritt: 1,50 EUR.

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Infoveranstaltung zu Andrea
06.03.2008 | 19:30 Uhr | Bunte Kuh (Bernkastelerstraße 78)

Info-Veranstaltung zur Repression gegen die Antifaschistin Andrea, welche zur Zeit in der JVA für Frauen in Pankow sitzt.

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Freiheit für Andrea!
Antirepressions-Demo am internationalen Frauenkampftag zum Frauen-Knast

08.03.2008 | 14:00 Uhr | U-Bahnhof Eberswalder Straße

Seit dem 1. Dezember 2007 sitzt unsere Genossin und Freundin Andrea im Knast. Sie hatte den Haftantritt für eine mehrmonatige Haftstrafe verweigert, weshalb LKA-Beamte sie am 1. Dezember während der Proteste gegen einen Naziaufmarsch in Berlin-Rudow verhafteten.
Das wir ausgerechnet am 8. März vor den Frauenknast Pankow ziehen ist kein Zufall. Wir wollen den internationalen Frauenkampftag nutzen um unsere Kritik an einer durch und durch patriarchalen Gesellschaft zum Ausdruck bringen. Das wir im "zivilisierten" Mitteleuropa nur in scheinbarer Gleichberechtigung leben dürfte jedem_jeder klar sein.

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Soli-Party für Andrea
08.03.2008 | 21:00 Uhr | K9 (Kinzigstraße 9)

Soli-Party in der K9 für die vom kriminalisierte Antifaschistin Andrea, welche zur Zeit in der JVA für Frauen in Pankow eingesperrt ist.

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Informationsveranstaltung zu und gegen staatliche Repression
11.03.2008 | 19:00 Uhr | BAIZ (Christinenstraße 1)

"Was tun wenn's brennt?"
Eine Informationsveranstaltung zu und gegen staatliche Repression
*** Eine Veranstaltung im Rahmen des 18. März, dem Tag der politischen Gefangenen***
Staatliche Repressionsorgane rüsten sich für den virtuellen und realen Kampf gegen alle, die ihnen widersprechen. Im Zuge des G8-Gipfels 2007 und der aktuellen §129a-Verfahren gegen vermeintliche Mitglieder der "Militanten Gruppe" hat die Überwachung, Kontrolle und Kriminalisierung seitens des "staatlichen Gewaltmonopols" gegenüber einer linken/linksradikalen Opposition massiv zugenommen. Dass jedoch bereits das Mitführen eines Pfeffersprays in der Nähe einer Demonstration oder der Besuch einer Bibliothek und darüber hinaus das Kritisieren der herrschenden Verhältnisse ungeahnte Repressionsmaßnahmen und die Attestierung einer "Gesinnungstäterschaft" bzw. Angehörigkeit zu einer "terroristischen Organisation" bedeuten kann, scheint nun mehr den Eindruck eines mehr und mehr ausufernden Überwachungsstaates zu bestätigen.
Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner, diskriminierende Vorkontrollen und stadtbekannte Neonazis als verlässliche Bilderquelle... Stasi 2.0 oder 1984 reloaded?
Wir lassen uns das nicht gefallen! Am 11. März berichten die Rote Hilfe Berlin und der Rechtsanwalt Martin Henselmann (beide angefragt) über aktuelle Repressionsfälle und geben wichtige Hinweise für den Umgang mit staatlich-legitimierter Repression und wie man ihr vorbeugen kann.
Organize Solidarity- Freiheit für Andrea und alle §129- Beschuldigten!
Don't let the systen gonna get you down!



Weitere Infos, Artikel & Materialien zum Thema:

Adresse für Briefe:
Andrea Neff * Bnr: 746/07/2 * Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin * Arkonastraße 56 * 13189 Berlin

Spendenkonto:
Rote Hilfe e.V. * KTN: 7189590600 * BLZ: 100 200 00 * Berliner Bank * Verwendungszweck: Soli Andrea

Kontakt zur Andrea-Soligruppe:
freiheitfuerandrea@riseup.net

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Artikel:
Unbezahlbare Freiheit (Junge Welt - 11.01.2008)
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